“KI hat uns im Wissen bereits überholt.”

Diese Feststellung von Hans Uszkoreit – Sprachtechnologe, KI-Pionier und einer der profiliertesten Köpfe der deutschen KI-Forschung – war eine von vielen weiteren wichtigen in seiner Keynote auf dem Ennoia Symposion 2026.

Uszkoreit unterscheidet zwischen zwei Formen von Intelligenz. Zum einen das „kristallisierte Wissen“ , also alles, was wir im Laufe des Lebens ansammeln: Fakten, Zusammenhänge, Erfahrungen aus Büchern, Gesprächen, Studium. Das, was ein Arzt nach 30 Jahren Praxis weiß. Was eine Kommunikationswissenschaftlerin nach Jahrzehnten der Forschung verinnerlicht hat.

Generative KI übertrifft den Menschen darin schon heute. Gleichzeitig warnt Uszkoreit davor, modernen Sprachmodellen menschliche Eigenschaften wie echtes Bewusstsein oder Intentionalität zuzuschreiben. Die Systeme imitieren menschliche Leistung, „verstehen“ aber auf andere Weise.

Doch die nächste Stufe ist laut Hans Uszkoreit bereits in Entwicklung: Modelle, die nicht nur wissen, sondern denken. Neue Probleme lösen, Unbekanntes verknüpfen und flexibel auf Situationen reagieren, die sie nie zuvor gesehen haben: “fluide Intelligenz” nennt Uszkoreit das.

Beim Menschen ist genau das der größte Teil dessen, was wir gemeinhin als “klug” bezeichnen.
Trotz dieser Entwicklungen bleibt – Stand heute – eine Lücke: KI riskiert nichts und bereut nie. Dennoch entscheidet sie bereits dort, wo wir sie lassen.

Trägt sie dann dafür die Verantwortung?

Oder funktioniert Verantwortung nur dort, wo jemand auch wirklich die Konsequenz für sein Handeln trägt. Genau das kann eine Maschine nicht. Noch nicht?

Haltet ihr es für möglich, dass auch diese Grenze fällt und wir Menschen es zulassen werden?

Bild: Hans Uszkoreit auf dem Ennoia Symposion, (c) Juliane Haerendel

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