Mitra mit Papiermüll

Gutes Argument + falscher Absender = Diskussionsstopper.

Oder anders formuliert: Können wir eine Institution in einem Bereich scharf kritisieren und gleichzeitig anerkennen, dass sie in einem anderen Bereich einen diskussionswürdigen Gedanken formuliert?

Wir haben in unserem letzten Post die Ausführungen des Vatikans zu KI und menschlicher Intelligenz aufgegriffen. Schlichtweg, weil wir die Gedanken zu diesem Thema im wahrsten Sinne des Wortes “bemerkenswert” finden.
Gleichzeitig stehen wir vielen Positionen der katholischen Kirche zu Themen wie zum Beispiel Frauenrolle und -rechte oder sexueller Selbstbestimmung / LGBTQ+ kritisch gegenüber.

Skepsis gegenüber einer Quelle ist wichtig.

Wenn ein Ölkonzern über Klimaschutz spricht, eine Zigarettenfirma über Gesundheit oder Facebook über Datenschutz, dann ist Misstrauen oft nicht Engstirnigkeit, sondern Erfahrung.

Aber wo verläuft die Grenze zwischen gesunder Skepsis und Offenheit?
Was entgeht uns, wenn wir Argumente vor allem nach dem Absender bewerten?

Vielleicht besteht intellektuelle Redlichkeit gerade darin, zwei Gedanken gleichzeitig auszuhalten:

Positionen zu kritisieren, die wir für problematisch halten.
Und dennoch bereit zu sein, einem guten Argument zuzuhören.

Gibt es überhaupt „falsche Absender“?

Bild: Nano Banana 2

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